Alpenwelt.TV @ Stefan Dettls Soultrain – Soul auf Bairisch

 ED07398Am Samstag, 19. März fand das Release-Konzert zu Stefan Dettls neuer, am 18. März erschienenen CD „Soultrain“ in der Münchner Muffathalle statt. Angekündigt war, dass dies das einzige Konzert in dieser Formation und Stilrichtung sein wird – doch um es vorwegzunehmen, am Ende des Abends wollte der Chiemgauer Musiker diese Entscheidung – nach dem überwältigenden Applaus und der ausgelassenen Stimmung – nochmals überdenken.

Der Soultrain von Stefan Dettl startete zunächst eher zögerlich mit 45 Minuten Verspätung. Man hörte etwas von technischen Problemen; doch die waren dann endgültig behoben. Der gebürtige Grassauer wirbelte energiegeladen über die Bühne; es begleiteten ihn zwölf Musiker, allein sechs Bläser sollten mit ihren gefühlvollen Einlagen den Soul ins Herz der Zuhörer tragen. Kannte man Dettls Auftritte bisher eher in traditionellem Gwand, erstaunte den ein oder anderen im Publikum doch das Erscheinungsbild der Musiker im schwarzen bzw. beigen Anzug. Doch schnell wurde klar; auch wenn Dettl den Soul nur sang und nicht blies, war es dennoch ein durch und durch Dettl-konformes Konzert. Und dieser bekannte gleich zu Beginn, dass er im Gegensatz zu anderen Soulsängern nicht „cool“, dafür aber nach wie vor „laut“ sei. Auch seine beiden Backvocals würden keine einstudierten Tanzeinlagen, sondern alle zusammen eine „Freakshow“ bieten – was seine Fans, von denen es in der mit 1.000 Besuchern gut gefüllten Halle viele gab, durchaus zu schätzen wussten. Und so wurde das Konzert zu einer Party unter Freunden, die mit dem Titelsong „Soultrain“ rhythmusbetont begann. Auch einige seiner bekannten Lieder würden im Laufe des Abends als Soulversion präsentiert, erklärte er dem Publikum, und es verblüffte, wie gut sich der bairische Dialekt mit der groovigen Musik arrangierte. Es folgten eher ruhigere Passagen mit Tracks aus „Summer of Love“ wie „des bassd ned “, bevor es „total abgehen sollte“ – was mit einem super funky Gitarrenpart eingeläutet wurde.

Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt schon top, was an Stefan Dettls turbulenter Bühnenshow und seinem „lederkrachernen Soul ganz ohne Lederhose“ lag. Sensationell auch das von Dettl als „Techno-Hammondorgel-Party“ angekündigte Solo des Pianisten, der sphärische Klänge erschallen ließ, die von den Bläsern aufgegriffen und im Soultrain-Tempo weitergeführt wurden. Es folgte der einzig in Englisch gesungene Top-Act „Superman“, für das in New York ein doch sehr cooles Video gedreht wurde. Zwischendurch erzählte der Bühnenprofi immer wieder Anekdoten aus seinem Leben, die zum Inhalt seiner Songs wurden, was die Konzerte von ihm sehr persönlich macht. Als dann zog Dettl Analogien zu James Brown und begann sich in dessen Manier zu bewegen – von den „Sexmoves“ bis hin zum ekstatischen Schrei. Soul sei einfach das Größte für jeden Musiker, bekannte Dettl, der in klassischer Musik sowie Jazz ausgebildet ist. Ein Kracher, als er mit seinem „Holzfasslbier“ ein wenig an Browns „Sexmachine“ andockte – was die Soulinterpretation von Dettl in ihrer leicht ironischen Art auf den Punkt brachte. Denn der geborene Entertainer spielt mit den Soul-Elementen, ohne sie allzu ernst zu nehmen, bei aller Professionalität der Darbietung. Gerade bei diesen Passagen tritt zutage, dass Stefan Dettl aus purer Lust an der Musik sich dem Genre widmet, und damit auch dem Soul seinen ganz individuellen, durchweg gelungenen Stempel aufdrückt. Soultrain ist Soul – und dennoch Dettl pur. Was vom Publikum mit johlendem Applaus und frenetischem Klatschen am Ende des Konzerts gedankt wurde. Wobei der Chiemgauer gestand, dass er sich nicht sicher gewesen sei, ob das Publikum seinen bairischen Soul annehmen werde. Das dem so war, trug wohl dazu bei, dass er offensichtlich gar nicht mehr aufhören wollte. Dreimal verabschiedete er sich und meinte schließlich, eins spielten sie doch noch, bis das Repertoire erschöpft war. Doch dann begann Stefan Dettl einfach nochmal von vorn und spielte den eingangs performten Song zum endgültigen Abschied erneut.

Dettls Soulexperiment – ein voller Erfolg, zumindest in München.

Stefan Dettl "Soultrain" (Acoustic Session):


Album EPK:

Video „Superman“:

Fotos vom Konzert:

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WEITERE INFOS:
http://www.stefan-dettl.de/
http://www.facebook.com/%20%20stefandettl

Quelle Text: ©Petra Wagner Alpenwelt.TV / Koeln-InSight.TV
Foto: ©Michael Eder

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